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Pikachu wusste es – AR und VR im Smartphone

Zwei Techniktrends sorgen für mittelschwere Erdbeben in den Silicon Valleys der Welt. Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) könnten uns ein wenig mehr an Star Wars, Star Trek und an die Kopplung „Mensch & Technik“ bringen – eine Bestandsaufnahme.

Sommer 2016 und Sätze wie „Weg da, da vorne ist ein Glumanda!“ waren völlig legitim. „Viel Glück!“ rief man noch hinterher. Die Playstation-Jünger bräunten ihre pergamentweiße Haut und trainierten ihre schwache Gamer-Lunge – endlich kommt die Jugend mal wieder vor die Tür! Der Grund: Pokémon Go – ein Beispiel für AR. Der Unterschied zwischen AR und VR wird klar. Während AR animierte Elemente in die Realität einblendet, schafft VR ganze Welten in denen der User die Realität völlig ausblendet. Apple setzt verstärkt auf AR und stellte für iOS 11 sein neuestes Spielzeug vor – ARKit. In einer Demoversion, welche Apple mit Wingnut AR auf der WWDC 2017 präsentierte, war es so möglich eine Tischoberfläche mit einer realistisch aussehenden Militärbasis zu versehen. Google setzt im Gegensatz zu Apple den Fokus auf VR. Hierfür stellte das Unternehmen Google Blocks vor. Google Blocks ermöglicht es 360-Grad-Welten in 3D zu designen. Der virtuelle Raum wird zur Bastelwiese über eine App und eine VR-Brille. Das Google System unterstützt dabei ausschließlich die VR-Headsets von HTC mit der Brille „Vive“ und die Facebook Tochter Oculus mit dem „Rift“ Headset. Oculus arbeitet derzeit an seinem neuesten VR-Projekt „Pacific“. Die Standalone VR-Brille soll ohne eingestecktes Handy oder eine Verbindung zu einem PC auskommen und 2018 gelauncht werden. Das sogenannte „Inside-Out-Tracking“, wie beim Oculus Prototyp Santa Cruz, soll bei diesem Modell noch nicht möglich sein. Ein Device welches bereits AR und VR verbindet ist das Lenovo Phab 2 Pro auf Basis von Googles Tango. Das Smartphone ermöglicht es dem Besitzer im „AR-Mode“ das Vermessen von Möbeln und das Einblenden von Spieleanwendungen. Eine verbaute Time-of-Flight Kamera ermöglicht als Zusatz den Einsatz der „VR-Funktionen“. Das Smartphone wird in ein VR-Headset eingelegt und vermisst mit seiner T-o-F Kamera durch Sensoren Räume und Distanzen zu Objekten. Kopfbewegungen können somit im Display simultan umgesetzt werden – eine Rundumsicht in der virtuellen Welt wird möglich. Die Anwendung der Technologien findet vor allem in der Mode– und Möbelbranche statt. Kunden können Schuhe und Kleidungsstücke über entsprechende Apps „anprobieren“ und Möbelstücke virtuell in den Raum stellen.

Die VR & AR Technik ist noch lange nicht am Ende der Entwicklung. Laut mehreren Studien und Analysen werden die zugrundeliegenden Techniken unser Leben in den nächsten 20 Jahren radikal verändern. Eines Tages im Jahr 2036 werden wir zurückdenken an diesen Sommer 2016 als wir Pokémon jagten..

  • Foto: Houzz, Inc.