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TEAMTALK – mit Konstantinos Sampanis von MOODBOARD

Konstantinos Sampanis ist ein erfolgreicher Jung-Regisseur, der sich bislang auf Manufaktur-Filme spezialisiert hat. Wir hatten den Emmy-Gewinner, Gründer von MOODBOARD und Haselnussschnapsliebhaber exklusiv für euch im TEAMTALK.


Hey Kons, du kommst gerade aus Asien zurück, was genau hast du dort gemacht?

Konstantinos: In Guangzhou habe ich für ein Berliner Start-Up eine Dokumentation zu Supplier Transparency produziert, tummelte mich inmitten unendlich langer Produktionsstraßen und verbrachte viel Zeit in muffigen Taxis mit ihren launischen Fahrern. Es ist ein sehr spannendes Projekt, ein wichtiges Thema zu dem es leider noch kaum Filme gibt. China ist immer ein großes Erlebnis und macht viel Spaß. In Hongkong habe ich dann etwas Urlaub gemacht und Inspiration getankt.

 

Deine Produktionsfirma MOODBOARD hat sich vor allem auf hochwertige Manufakturfilme spezialisiert. Was fasziniert dich so sehr an der Welt des Handwerks?

Konstantinos: Es ist die Seele eines jedes Handwerks, die mich fasziniert, die besondere DNA, die in jeder dieser Manufakturen steckt — entstanden aus Erfindertum, Leidenschaft und Pioniergeist.

 

Und eines Tages hatten wir eine Mail von dir im Postfach. Warum?

Konstantinos: Ich hatte damals frisch meinen ersten Manufakturfilm im Kasten, aber noch keine Website. Ich war auf der Suche nach jemandem, der dieses hochwertige Filmmaterial qualitätsbewusst und sinnvoll in ein digitales Konstrukt einbinden kann. Ich hatte meine genauen Vorstellungen, allerdings ist es nicht leicht, die richtigen Partner zu finden, die auch mit der gleichen Leidenschaft rangehen. Durch Zufall bin ich damals auf den OKKID-Case von Dunckelfeld gestoßen und wusste auf Anhieb, dass ich unbedingt die Jungs kennenlernen möchte. Dass sie mit Videoinhalten gut umgehen konnten, wusste ich ja jetzt, es musste nur noch die Chemie stimmen … und so war es. Es war Liebe auf dem ersten Blick.

 

… die von uns bis heute erwidert wird. In unseren Projekten verknüpfen wir filmische Ideen gerne mit dem interaktiven Potenzial digitaler Technologien. Welchen Chancen siehst du darin und welchen Einfluss hat das auf deine Herangehensweise?

Konstantinos: Ich sehe hier sehr großes Potenzial, Geschichten auf einer neuen Art und Weise zu erleben und zu erzählen. Wir bewegen uns hier in einem Bereich zwischen klassischem Film und Gaming. Also ein Medium, welches sowohl die realistische und organische Darstellung aus dem klassischem Film als auch die aktive Einflussnahme auf die Story aus der Gaming-Welt mitbringt. Interaktiver Film wird allerdings den klassischen, passiven Film niemals ersetzen. Man muss es schon als separates Genre ansehen. Der filmische Workflow beim interaktiven Film ist fast die selbe wie beim klassischen Film, allerdings an manchen Stellen viel intensiver. Wenn Pre-Production im Film König ist, ist es beim interaktiven Film Gott. Das Storyboarding wird zum heiligen Gral, da nun wirklich alles, jeder Take, jede Kamerabewegung, jeder Satz, wirklich jede Entscheidung bis ins kleinste Detail vorgeplant und definiert werden muss. Spielraum für spontane Einfälle on location sind kaum mehr möglich. Auch die Zusammenarbeit mit neuen Playern empfinde ich als sehr spannend. Auf einmal sitzen im Writer’s Room Leute aus Digital Design mit dir am Tisch zusammen, die von Werk aus anders denken als du. Das kann zu neuen „chemischen Reaktionen“ führen.

 

Für MOODBOARD haben wir dann das komplette Corporate Design und die Website gestaltet. Bislang hat uns diese Zusammenarbeit zehn Digitalawards und den ein oder anderen Kunden eingebracht. Hat sich für dich auch etwas verändert?

Konstantinos: Na klar! Imputation ist hier mein Stichwort. Wie Mike Markkula 1977 zu sagen pflegte und den Begriff zu einem der drei tragenden Säulen von Apples Marketing-Philosophie machte: „People DO judge a book by its cover. We may have the best product, the highest quality, the most useful software, etc.; if we present them in a slipshod manner, they will be perceived as slipshod; if we present them in a creative, professional manner, we will impute the desired qualities“.

 

Wir waren schon gemeinsam in der Provence, um einen Mountainbikefilm zu drehen oder haben mit Atze Schröder in einer Oldtimer-Werkstatt rumgeschraubt. Gibt es ein Erlebnis mit uns, das dir in besonderer Erinnerung geblieben ist?

Konstantinos: Das schönste Erlebnis war definitiv, als mir die erste Fassung meiner Website präsentiert wurde. Es kommt nicht oft vor, dass man zu 360 Grad glücklich überrascht wird mit einer Erstfassung.

 

Du hast bereits einen Emmy in der Vitrine, hast beim deutschen Wirtschaftsfilm abgeräumt und warst zuletzt sogar auf der Cannes Shortlist platziert. Was bedeutet dir Erfolg?

Konstantinos: Erfolg ist ein praktisches Tool, um seine Visionen leichter zu realisieren. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg.

 

Wenn man schon mal einen Regisseur vor sich hat. Hast du drei Lieblingsfilme, die du uns uneingeschränkt empfehlen möchtest und was macht für dich einen guten Film aus?

Konstantinos: Ein Stichwort für gute Filme ist Character Development: Wer es schafft, den Verlauf eines Plots in die organische Entwicklung der Motivation des Charakters zu verwandeln, der hat schon mal den richtigen Schritt in die richtige Richtung getan. Aber es gibt zu viele Variablen für einen guten Film und eine Formel gibt es nicht. Wer sich einen richtig guten Krimi anschauen möchte, der schaut sich TRUE DETECTIVE 1 an. Für einen grandiosen Heist-Film empfehle ich INCEPTION und für einen wunderschönen Schwarzweiß-Film IDA.