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TEAMTALK – mit Luisa Dörstel von Sarpa Yoga

Atme tieeef ein, halte den Atem, zähle bis fünf. Atme aus.., spürst du die Entspannung?! Die Deadline ist jetzt ganz weit weg. Zumindest für die kommenden 90 Minuten. Wir reden mit Luisa Dörstel nicht über Fussball, sondern über ihre wöchentlichen Yogastunden in unserer Agentur, die Wehwehchen digital arbeitender Menschen und eine wunderbare Zeit in Spanien.


Hey Luisa, du triffst uns einmal in der Woche zum Office Yoga. Was genau kann man sich darunter vorstellen?

Luisa: Ich komme für 90 Minuten in die Malzfabrik und versuche für diese Zeit einen Raum für Bewegung, Bewusstsein und Entspannung zu schaffen. Das heißt ich benutze alltägliche Themen oder Zitate um daraus eine in sich stimmige Praxis aus körperlichen Bewegungen, Atemarbeit und einer Endentspannung zu entwickeln und den Mitarbeitern so eine Arbeits-Auszeit auf allen Ebenen zu ermöglichen.


Yoga ist doch Weiberkram! Was antwortest du der meist männlichen Spezies auf solche Vorurteile? Oder anders gefragt: Kann wirklich jeder Yoga lernen?

Luisa: Ja, jeder kann Yoga lernen. Und genau darum geht es. Yoga ist nicht nur für die sportlich aktiven oder beweglichen. Egal in welcher Verfassung man ist, jeder wird sich entwickeln. Denn Yoga bezeichnet nicht nur die körperliche Praxis sondern auch Atem und Geist. Die Idee ist, dass durch Yoga all diese Bereiche besser miteinander in Einklang kommen. Und das geschieht schon, wenn man ganz bewusst atmet und sich auf die Bewegung konzentriert, die man macht. Und bezüglich der hohen Frauenrate in den heutigen Yogastudios – ursprünglich praktizierten in Indien hauptsächlich die Männer, erst durch die Popularisierung in der westlichen Welt wurde das körperliche Yoga Frauen zugänglich gemacht. Aus meiner Sicht ist Yoga das perfekte System, weil es sowohl Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Entspannung beinhaltet. Und so ist für jedes Geschlecht gleichsam etwas dabei.

 

Wie sind deine Erfahrungen mit Agenturen und Firmen? Auf welche Leute trifft man da und hat man anfangs mit vielen Widerständen der Mitarbeiter zu kämpfen oder lässt sich jeder sofort darauf ein?

Luisa: Eigentlich habe ich bisher nur gute Erfahrungen mit Firmen und Agenturen gemacht. Die Leute sind meistens unglaublich dankbar und offen mir gegenüber. Denn gerade in diesem Arbeitsfeld werden die Menschen immer steifer. Sie sitzen ja den ganzen Tag sehr statisch und meist noch krumm vor ihren Computerbildschirmen. Da kann eine Stunde Yoga schon mal kleine Wunder bewirken. Trotzdem ist es natürlich nicht immer ganz leicht die unterschiedlichen Leute gemeinsam zu unterrichten. Jeder hat ein anderes Wehwehchen und die Fitness unterscheidet sich manchmal gewaltig. Und so ist es immer ein kreatives Miteinander, Kommunizieren und Ausprobieren was geht und was nicht. Gerade deswegen macht diese Arbeit aber besonders viel Spaß!

 

Jeden Dienstag um sechs werden bei uns die Matten ausgerollt. Beschreibe doch mal kurz den Ablauf einer Yogasession mit dir.

Luisa: Wir beginnen meist mit einer kleinen Meditation auf den Atem und der gedanklichen Einstimmung auf Themen oder Zitate, die ich mitbringe. Danach wird der Körper aufgewärmt. Das geschieht entweder durch Sonnengrüße, Bauchmuskelübungen oder ganz sanfte Mobilisierungen. Es folgen dynamische Bewegungsflows, die den Körper vorbereiten, erwärmen und die Konzentration steigern. Ungefähr nach 45 Minuten gipfelt die Stunde dann entweder in Partnerübungen, Umkehrhaltungen oder einer Balancehaltung um noch einmal gebündelt alles vorhergegangene umzusetzen. Die letzte halbe Stunde werden das Tempo und die Intensität immer entspannter. Wir widmen uns Dehnübungen und ausgleichenden Körperübungen. Die Endentspannung wird unterstützt durch sanfte Musik und eine kleine Kopf -und Nackenmassage von mir. Nach der Entspannung wird die Stunde im Sitzen noch kurz nachgespürt und dann mit einem Lächeln beendet.


Seit einem halben Jahr liegen wir dir sprichwörtlich zu Füßen. Wie beurteilst du unseren Fortschritt? Sind wir schon beweglicher geworden?

Luisa: Auf jeden Fall! Und mir ist besonders eine präzisere Ausführung der Übungen, und die Verbindung von Atem und Bewegung aufgefallen.


Du warst mit uns vor kurzem sogar in Spanien, als wir in unserem „Office Abroad“ eine Woche lang aus Alicante gearbeitet haben. Jeden Morgen gab’s am Pool eine Yogasession, um voller Energie in den Tag zu starten. Was hast du aus dieser Zeit mitgenommen?

Luisa: Seitdem fühle ich mich fast wie in einer kleinen Familie bei Dunckelfeld. Denn mit der Sonne wurde auch das Miteinander immer enger und wärmer. Und es war unheimlich schön zu sehen, wie sich die einzelnen Leute über die Woche sowohl körperlich entwickelt haben, als auch offener und dankbarer für die Morgensession wurden. Außerdem habe ich in der gemeinsamen Zeit auch jeden einzelnen ganz anders kennengelernt und konnte so auch individuell Übungen und Empfehlungen geben. Es war eine tolle Zeit.


Jetzt hat man ja nicht immer so viel Zeit. Der hektische Agenturalltag lässt zwischen Meetingmarathon und Deadlinestress meist kaum Freiraum zur Entspannung. Gibt es denn eine Übung, die man auch mal kurz in der Pause machen kann, um den Kopf freizubekommen?

Luisa: Die einfachste Übung ist die Bauchatmung. Dafür reicht schon 1 Minute in der man sich aufrecht hinsetzt, die Schultern entspannt und dann mehrere Male tief in den Bauch ein- und ausatmet. Wenn man den ganzen Körper einmal auffrischen will und neues Blut in alle Zellen bringen möchte empfehle ich den Kopfstand (kann auch an der Wand gemacht werden) oder auf dem Rücken die gestreckten Beine an eine Wand zu lehnen.